Sonntag, 26. April 2009

Verdammte Blumenmädchen

Die 68er hatten alles....................

Eine strenge Kindheit.
Eine ausgelassen Jugend.
Eine kleine Revolution auf Drogen.
Und am Ende ein schönes sicheres Berufsleben.

Die 68er lebten das schönste Leben. Sie hatten alles. Glückliche Menschen denken nicht. Also beschlossen sie wenig zu denken. Sie hatten ein gutes Gefühl, hatten ja hart gearbeitet ein Leben lang. Es ging immer nach oben. Nur die Kinder und jungen Leute sollten sich ein bisschen in Demut üben. "Wir haben ja alles aufgebaut!" Und wenn man Sex hat, muss sich dafür bei den echten 68er bedanken.

Eine Generation baut auf, die Nächste verwaltet und die dritte Generation zerstört alles wieder. So kennt man es zum Beispiel aus der Gastronomie. Nur hier verhielt es sich anders. Die erste Generation aus Kriegsgeschädigten und Verantwortlichen - meistens eine Mischung aus beidem - hat alles wieder aufgebaut. Die nächste Generation beließ es jedoch nicht beim verwalten. In den Wirtschaftwundern der Welt ließe sich doch mehr machen als nur verwalten, - viel mehr.

Ein chinesischer General sagte vor Jahrhunderten (Referenz kommt noch von Scheiße, Bernd!) -
Kluge und fleißige Menschen sind das Beste was einer Verwaltung passieren kann, kluge und faule Menschen sind auch noch gut einsetzbar, die dummen und faulen Personen sind immerhin noch für repräsentative Zwecke zu gebrauchen.
Das Schlimmste und Zerstörerischste was aber einem Staat und einer Gesellschaft passieren kann sind dumme und fleißige Menschen. Sie machen einen Fehler nach dem Anderen, und ihr Fleiß zwingt sie immer weiter zu machen, - bis nichts mehr da is.

Die 68er waren Letztere. Die Blase ist nun geplatzt. Wir können uns schon heute nicht mehr vorstellen, mit welcher Sicherheit unsere Eltern in den Tag hineingelebt haben. Sie werden uns aber zum Glück tagtäglich daran erinnern und ungefragt Tipps und Tricks aus tollen alten Zeiten mit uns teilen. In ein paar Jahren sind die Wahnsinnigen dann auch noch die größte Wählergruppe.......... spätestens dann werden wir langsam selber merken, dass die guten alten Zeiten wirklich besser waren...

Weil früher waren die Gummistiefel aus Holz und ein Haus konnte sich durch seine Wertsteigerung selber abzahlen..........

K.

Idee vom großen Bruder
Der Chinese kommt von Scheiße, Bernd

5 Kommentare:

  1. Der Chinese heißt:

    "Sūnzǐ (chin. 孫子 / 孙子 „Meister Sun“, eigentlich: 孫武 Sūn Wŭ; alternative Transkription: Sun Tsu, Sun Tzu, Sun Tse, Ssun-ds ´, * um 500 v. Chr. in Wu) war ein chinesischer General, Militärstratege und Philosoph.

    Sein Buch „Die Kunst des Krieges“ (chin. 孫子兵法, Sūnzǐ bīngfǎ „Sun Zi über die Kriegskunst“) gilt als frühestes Buch über Strategie und ist bis zum heutigen Tage eines der bedeutendsten Werke zu diesem Thema." Zit Wiki

    Habe meine Ausgabe leider gerade verliehen, sonst hätte ich aus dem Buch zitiert, aber ich finde es passt eh sehr gut.

    Guter Text - kannst du dich noch auf "Elementarteilchen" erinnern? Die Buben waren auch nicht all zu gut zu sprechen auf die Hippie Generation - genausowenig wie ich - was haben sie uns denn hinterlassen als einen großen Scherbenhaufen???????

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  2. noch ein schönes zitat vom chinesen:

    "Furcht ist der Gegner, der einzige Gegner."
    Sun Tsu

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  3. "...every present realises itself by repudiating a portion of its immediate past" sagt der Kunsthistoriker William Jordy. So nehme ich diese Einstellung um es pointiert auszudrücken, als eine pubertäre Ablehnung der elterlichen Generation eurerseits, wahr.

    Erstens, was meint ihr mit den 68ern? Die Hippie-Bewegung entstammt nicht aus einem plötzlichen Zeit-Raum sondern ist gewachsen, verschiedene Strömungen und Gedankengänge haben dazu geführt. Nietzsche, die Naturisten, das Reformkleid, die Beatniks-alles Vorläufer der 68er. In Europa war da noch die verstärkte Abwendung der Jugend von Patriarchismus und menschenfeindlicher Ideologien, wie kann man eine Bewegung die Liebe statt Hass hervorhob so ablehnen? Natürlich kam der Nachkriegsgeneration diese sehr kommod um sich abzugrenzen und von Schuldgefühlen zu befreien. Die Drogen unterstützten die Suche nach alternativen Lebensweisen ist aber auch ein Klischee das gerne von Spießern hervorgehoben wird um die Hippies in die Gammlerecke zu verstoßen und ihre sozialen Errungenschaften dadurch zu entwerten. Ihnen nicht-denken vorzuwerfen ist unglaublich konservativ, die Frage ist nämlich nicht wie viel sie dachten sondern worüber sie dachten! Sie dachten über Frieden und Freiheit nach, die Yuppies der 80er über wie sie ihr Apartment und ihren Koksvorrat finanzieren, und wir?

    Zweitens, wenn du K. die Finanzblase meinst dann muss ich deine verkürzte Schuldzuweisung demontieren:
    A).Die 68er waren eine Minderheit in ihrer Zeit, zwar waren ihre Auswirkungen auf die Populärkultur gewaltig doch es gab genügend Spießer die weiterhin ihren Karrierepfad zielstrebig hinaufkletterten und eher zur Verantwortung zu ziehen sind als die "turn on, tune in, drop out" Menschen.
    B).Die neoklassische Wirtschaftstheorie (oder Neoliberalismus) die hinter dieser Finanzkrise steht stammt nicht von den Hippies sondern ist schon etwas älter. Quack quack quack, ihr kennt euch wahrscheinlich aus, aber Basis ist die Smith'sche 'unsichtbare Hand' die den Markt reguliert und die österreichische Schule. Hayeks Mont Pellerin Gesellschaft (gegründet 1947) vertiefte diese Theorie und trug sie, als effizienter thinktank in die Welt hinaus. Im Moment der westlichen Marktsättigung, Ölkrise und ersten ersichtlichen Grenzen des keynesianischen Modells standen neoliberale Berater bereit mit ihren Problemlösungen-ein Jahrzehnt nach den 68ern.
    C).Die Freiheit des Marktes ist nicht gleichzusetzen mit den Freiheiten für die die 68er kämpften. Die Menschen die diese Form der Wirtschaftspolitik vertreten gab es schon immer - es ist doch ewig dieselbe Diskussion um wie viel staatliche Regulation gut ist.
    D).Es ist eine Eigenschaft des Kapitalismus sich Subkulturen und subversive Strömungen anzueignen und zu integrieren. Trendscouts erkennen neue Moden, Ideen usw. tragen diese zu ihren Marketingteams welche sie verpacken und verkaufen -Hippies sind da nicht ausgeschlossen.
    E). Allgemein zugängliche massenproduzierte Güter waren ganz was neues, Internet gabs noch nicht und überhaupt war es noch nicht allgemein Wissen sich über globale Vernetzungen im klaren zu sein. Die Hippies waren schon die 'Guten' die sich für dekolonialisierung aussprachen, für Frauenrechte und gegen Rassismus, aber konnten auch nicht in die Zukunft sehen. Verantwortungslose Finanzberater die großteils in ihren frühen 30ern sind als 68er zu bezeichnen ist völlig irrational und ich frage mich woher diese starke Abneigung kommt wenn nicht von der neo-konservativen Propagandamaschinerie die sich selbst zu stärken sucht indem sie den Mythos dieser einen erfolgreichen Gegenbewegung zerlegt.
    … und Sun-Tsu war zwar sehr gscheit aber was hat Faulheit mit den 68ern zu tun? Außerdem war er der erste Kriegsstratege überhaupt und ist wohl eher ein schlechter Maßstab für eine Friedensbewegung. Wann in der Geschichte des Westens gab es eine gesellschaftliche Ordnung die sich wirklich von der unseren heutigen in Sachen Nachhaltigkeit usw. unterschied?

    so ein bisserl lang und strategisch gesehen offen für Angriffe aus allen Richtungen also legt los!

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  4. Na mahlzeit.

    Es habe ich die Befürchtung, dass dies nun zu einer Resonanzkatastrophe führt. Die Antworten werden immer länger, bis wir ein Buch zusammen haben.

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  5. Ich dachte meiner einfachen Gleichung kann man ihre Einfachheit nicht unterstellen……….

    Aber siehe da, es geht doch ganz ausführlich.

    Die 68er sind für mich, nicht nur die Blumenmädchen sondern auch ganz allgemein die ersten Nachkriegsgenerationen. Eine ganz exakte Definition will ich da aber auch keine machen, weil mir Unwissenschaftlichkeit in diesem Block ein Anliegen ist.

    Es geht so ungefähr um die 55 bis 70 jährigen auf deren Schultern wir heute geistig und wirtschaftlich stehen. Dazu gehört auch, als wesentlicher Teil die bis heute in der Linken dominierende 68er Einstellung.

    Es geht auch um die gefühlte Sozialpsychologie in meinem Leben und nicht über meine Zugänge zu theoretische Erklärungsmuster.

    Wir müssten aber trotzdem besser persönlich unterhalten – denn das wird echt zu lange mit der Zeit. Ein paar Anmerkungen kann ich aber trotzdem machen:


    Zur Einleitung: Die Entschlüsselung der eigenen Konditionierung sehe ich als Lebensaufgabe. Die Konditionierung wiederum ist nichts anderes als die Nabelschnur welche uns mit den vorangegangenen Generationen verbindet. Es kann als Rebellion erscheinen oder als Ablehnung gesehen werden. Letztendlich ist es der Versuch sich selbst zu finden.
    Und den Willi Jordy zu zitieren, um jemanden Ablehnung aufgrund seiner Geschlechtsreifung zu unterstellen ist auch etwas dramatisch.

    Zu A) Stimmt eh………

    B) Quack, quack trifft es auch sehr gut – es ist die Frage ob Theorie menschliches Verhalten bestimmt oder umgekehrt……. Siehe Marx und die Russen.

    C) Habe ich auch nicht gemacht.

    D) Wie gesagt es geht mir nicht nur um die Hippies.

    E) Die Ehrenrettung der Hippies als die „Guten“ scheint deine Zentrale Nachricht zu sein.
    Dass Finanzberater in ihren frühen 30er die Krise zu verantworten haben ist einfach falsch. Es sind die Nachkriegsgenerationen. Aber da haben wir ja ein grundsätzliches Missverständnis – welches ich auch verschuldete habe mit der 68er Bezeichnung – aber auch deine „Guten“ 68er sind für mich mitverantwortlich.

    Und jetzt kommt es, „Die Propagandamaschine“: Erfolgreiche Gegenbewegung? Also mir fallen genau so viele Misserfolge wie Erfolge dieser Bewegung ein. Alleine die Entwicklungshilfepolitik hat Milliarden von Menschen ihre Identität gekostet. Aber Mythos stimmt schon.

    Ich habe Fleiß und nicht Faulheit gesagt.
    Sun Tsu passt hervorragend – Es gibt keinen Frieden, es gibt nur unblutige Kriege.

    Die letzte Frage ist super: „Wann in der Geschichte des Westens gab es eine gesellschaftliche Ordnung die sich wirklich von der unseren heutigen in Sachen Nachhaltigkeit usw. unterschied?”

    Antwort: Dritttes Reich vs. Sozialpartnerschaftstaat der 70er in Österreich.

    Saluti

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